10 Jahre Straubinger Modell

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„Jeder Turm fängt unten an!“

Zehnjähriges Jubiläum des „Straubinger Modells“ und
Abschlussfeier für Jahrgang 2017/18

Im Rahmen der Abschlussfeier des „Straubinger Modells“ an der Joseph-von-Fraunhofer-Schule, Staatliche Berufsschule I, konnten sich 25 von 27 angetretenen Schülern über den bestandenen Qualifizierenden Abschluss der Mittelschule freuen. Darüber hinaus haben 80 Prozent der jungen Schulabgänger jetzt einen Ausbildungsplatz in der Tasche. Das „Straubinger Modell“ ist eine seit mittlerweile zehn Jahren bestehende berufsvorbereitende Maßnahme für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz und Schulabschluss. In Kooperation mit der Mittelschule Ittling und der AWO Soziale Dienste Straubing als Maßnahmenträger für die sozialpädagogische Betreuung werden zwei Klassen mit dem Ziel beschult, im zweiten Anlauf einen Schulabschluss sowie einen Ausbildungsplatz zu erlangen.

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Die Prüfungsbesten Lena Harant (Mitte), Youssof Al Asfar (links) und Eduard Konradt (rechts) zusammen mit Oberstudiendirektor Johann Dilger, Schulamtsdirektor a.D. Ulrich Pannermayr, Abteilungsleiter Berufliche Hilfen der AWO Siegfried Werner, Klassenleiter Jürgen Langhans, Lehrer Alexander Schumann, Konrektorin Dana-Maria Spannfellner, Studiendirektorin Ute Hentschirsch-Gall, Rektor Thorsten Fuchs und Schulrat Stephan Grotz.

 

Studiendirektorin Ute Hentschirsch-Gall begrüßte Schüler, Eltern und Ehrengäste zur Abschluss- und Jubiläumsfeier und freute sich, dass man gemeinsam auf ein sehr erfolgreiches Schuljahr zurückblicken kann. In einem Bilderrückblick ließ sie die wichtigsten Stationen des „Straubinger Modells“ der vergangenen zehn Jahre Revue passieren: So erhielt die Maßnahme unter anderem 2012 die Auszeichnung „Bildungsidee für Deutschland“ und 2017 das „Berufswahlsiegel“ des Bildungswerkes der Bayerischen Wirtschaft.

„Es ist keine Schande, in die Verlängerung zu gehen!“

Oberstudiendirektor Johann Dilger als Schulleiter der Berufsschule I machte den Schülern in seiner Rede Mut für die Zukunft und zog Vergleiche mit dem Fußballspiel England-Kroatien: „Es ist keine Schande, im Rückstand zu liegen. Es ist auch keine Schande, in die Verlängerung zu gehen. Wichtig ist, im Schul- und Berufsleben genauso wie im Sport, nicht aufzugeben und bis zum Schluss zu kämpfen. Jetzt steht ihr im Finale!“ Dilger blickte außerdem auf die Anfänge des „Straubinger Modells“ zurück, das als Kooperation der Berufsschule I mit dem Staatlichen Schulamt vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben wurde. Zusammen mit den ehemaligen Schulamtsdirektoren Johannes Müller und Ulrich Pannermayr sowie dem Geschäftsführer der AWO, Klaus Hoffmann, schuf man die Grundstrukturen dieses Erfolgsmodells, das mittlerweile an 17 bayerischen Schulen Nachahmer fand. Johann Dilger war sichtlich stolz auf die Erfolge der mehr als 300 Schüler, die seit Beginn des „Straubinger Modells“ diese Maßnahme durchlaufen haben.

Exemplarisch für diese Erfolge standen drei ehemalige Absolventen des „Straubinger Modells“, die bereits in Ausbildungs- oder Beschäftigungsverhältnissen stehen, Rede und Antwort zu ihren Erfahrungen und gaben den Absolventen Tipps für ihren weiteren Weg.

Schulrat Stefan Grotz zollte in seiner Rede den Abschlussschülern Respekt, sich trotz manchmal schwieriger Voraussetzungen im zurückliegenden Schuljahr „durchgebissen“ und Durchhaltevermögen gezeigt zu haben. „Jeder Turm, und ist er auch noch so hoch, fängt unten an“, so der Schulrat zu den Schulabgängern. „Und dieses Fundament habt ihr erfolgreich gelegt. Jetzt gilt es, den Turm weiterzubauen!“

Bereits zum zweiten Mal waren in diesem Schuljahr neun Schüler aus den Berufsintegrationsklassen der Berufsschulen I und III ins „Straubinger Modell“ integriert. Sie nahmen in der „heißen Phase“ der Prüfungsvorbereitung am Mittelschulunterricht teil. Acht der „BIK“-Schüler schafften den qualifizierenden Mittelschulabschluss.

25 von 27 Schülern mit bestandenem „Quali“

Klassenleiter Jürgen Langhans freute sich über hervorragende Prüfungsergebnisse: 34 von 35 Schülern erreichten den erfolgreichen Mittelschulabschluss. 27 Schüler unterzogen sich den Prüfungen zum Qualifizierenden Abschluss der Mittelschule, davon waren 25 erfolgreich. Zudem haben mittlerweile 80 Prozent einen Lehrvertrag in der Tasche. Lena Harant erreichte einen Notenschnitt von 1,6 und war damit Jahrgangsbeste. Youssof Al Asfar war mit 1,7 Prüfungsbester der BIK-Klassen. In der Mittelschulklasse schaffte Eduard Konradt einen Notendurchschnitt von 1,9.

Ein Imbiss mit Köstlichkeiten aus der berufsschuleigenen Backstube rundete die gelungene Entlassfeier ab.

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