Ausbildertag „Zweiradtechnik“ an der BS I

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Eine enge Zusammenarbeit zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieben bildet die Grundlage für das überaus erfolgreiche duale System der Berufsausbildung in Deutschland. Deshalb veranstaltete die Fachgruppe Fahrzeugtechnik der Berufsschule I Straubing im Rahmen eines Tages der offenen Tür einen Ausbildertag für die Betriebe im Zweiradmechaniker-Handwerk. Obwohl der Einzugsbereich der Schüler in den Berufen Fahrradmonteur, Zweiradmechaniker (Fahrrad- und Motorradtechnik) und Kfz-Mechatroniker mit Schwerpunkt Motorradtechnik ganz Bayern umfasst, folgten trotz der weiten Anreise Ausbilder u.a. aus Augsburg, Fürth, Waldkirchen, Herzogenaurach, München und Schweinfurt der Einladung nach Straubing um sich vor Ort ein Bild über die Ausbildungssituation zu machen.

Fachbetreuer Martin Hillmeier und OStR Jürgen Stutz freuten sich besonders, dass sich darunter auch fünf ehemalige Schüler befanden, die heute als Werkstattleiter tätig sind oder gar eigene Betriebe führen und ihr Wissen an den Nachwuchs weitergeben. Zu Beginn informierten sie die Gäste über die Entwicklung der zweiradtechnischen Berufe am Schulstandort Straubing. Als 1989 die Ausbildungsverordnung zum Zweiradmechaniker in Kraft trat wurden gerade einmal 25 Schüler in einer einzigen Fachklasse beschult. Im aktuellen Schuljahr 2012/13 nutzen 320 Schüler in 13 Klassen sechs Lehrsäle und fünf Werkstätten. Großes Engagement zeigten die Ausbilder während der Präsentation der einzelnen Lerninhalte in den Fachrichtungen Fahrrad- und Motorradtechnik. Aus einer Fülle von Anregungen und Vorschlägen aus der betrieblichen Praxis entstanden viele neue Ideen für praxisnahe Lernsituationen und Kundenaufträge, mit denen sich abstrakte Lerninhalte anschaulich und motivierend im Unterricht umsetzen lassen. Mit einem kurzen Abriss über Ablauf und Inhalte der gestreckten Gesellenprüfung, die Gewichtung der Prüfungsaufgaben sowie die Bestehensregelung endete der Informationsteil.

Bei der nachfolgenden Führung durch die Werkstätten bestaunten die Ausbilder die umfangreiche Ausstattung, die sich auf dem neuesten Stand der Technik befindet. In der Motorradwerkstatt demonstrierten Zweiradtechniklehrer Jürgen Stutz und Werkstattleiter Werner Kraus am Beispiel einer praktischen Gesellenprüfungsaufgabe aus dem Bereich „Diagnostizieren von Störungen an Motormanagement- und Abgasreinigungssystemen“ den Einsatz von computergestützten Diagnosegeräten bei der Fehlersuche. Die Komplexität und Vielfalt der Antriebssysteme von modernen Rennrädern, Mountain- und Trekkingbikes veranschaulichte Fachlehrer Josef Leierseder in der Fahrradwerkstatt. Besondere Aufmerksamkeit fanden auch das Laser gestützte Vermessungssystem „Body Scanning“ zur Ermittlung der richtigen Rahmengeometrie und das SRM-Trainingssystem.

Die abschließende Diskussion stand ganz im Zeichen der rasanten Entwicklung der Elektromobilität im Zweiradbereich. In ganz Deutschland sind bis heute nur ca. 5000 rein elektrisch betriebene PKWs zugelassen, aber auf den Straßen fahren bereits eine Million Elektrofahrräder. Die daraus resultierenden Änderungen in den praktischen und theoretischen Ausbildungsinhalten der Zweiradberufe können auch in Zukunft nur durch die enge Zusammenarbeit zwischen Berufsschule und Betrieben erfolgreich bewältigt werden.

Die Ausbilder hatten dann noch Gelegenheit, den Tag der offenen Tür zu nutzen, um sich über die übrigen Fachbereiche und Veranstaltungen zu informieren.

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