Lehrer lernen Leben retten

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Erste Hilfe – unerlässliche Pflicht auch im Schulalltag

Nicht selten brauchen Schülerinnen und Schüler in Not- oder bei Unglückssituationen unsere Hilfe. Zum Helfen sind Lehrkräfte gesetzlich und moralisch im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten - nicht nur im Schulalltag - verpflichtet. Um dann auch sicher und richtig handeln zu können, absolvierten alle Lehrerinnen und Lehrer im Rahmen des „Pädagogischen Tages“ am Samstag, 9. Januar 2016 einen Erste-Hilfe-Kurs.

Die Erwartungen an den Kurs waren vielfältig: Zu allererst erhofften sich die Lehrkräfte, dass sie durch die Auffrischung früher erworbener Kenntnisse Sicherheit gewinnen, um bei einem Unfall vor allem ruhig zu bleiben. Im Schulalltag sind es zum Beispiel typische Sportverletzungen, Schnittverletzungen oder Verbrennungen im praktischen Unterricht, aber auch Ohnmachts- und Krampfanfälle sowie Diabetikernotfälle, die schnelles und richtiges Handeln erfordern.

Zu all diesen Themen konnten die Kursleiter Hans Kienberger und Alexander Schmidt vom Kreisverband Straubing-Bogen des Bayerischen Roten Kreuzes mit den Lehrerinnen und Lehrern Bekanntes wiederholen, Ihnen aber auch viel Neues erklären und vorzeigen.

Wichtige Regeln in der Ersten Hilfe werden durch leicht einprägsame Abkürzungen dargestellt.

So symbolisiert die Formel „HELD“ - H für Hilfe rufen, E für ermutigen und trösten, L für lebenswichtige Funktionen überprüfen und D für eine Decke unterlegen oder zudecken - die wichtigsten Hilfefunktionen.

Für Sofortmaßnahmen zum Beispiel bei Sport- und Laufverletzungen hat sich als Eselsbrücke die „PECH-Regel“ bewährt, die darin besteht, dass der Verunglückte Pause macht und das Training sofort unterbricht, die verletzte Stelle mit Eis kühlt, einen Compressionsverband anlegt und das verletzte Körperteil hochlagert.

Diese Regel ist leicht verständlich, sodass jeder ohne viel Nachzudenken im Ernstfall danach handeln kann und die verletzten Körperteile damit vor weiteren Schäden bewahrt werden können.

Ein herunterhängender Mundwinkel oder eine verwaschene Sprache - das sind Warnsignale für einen Schlaganfall. In so einem Notfall ist schnelles Reagieren gefordert. Helfer sollten sich dabei an die „FAST-Regel“ halten.

·       F steht für Face (Gesicht): Man sollte die Person bitten zu lächeln. Wenn das Gesicht einseitig verzogen ist, deutet das auf eine halbseitige Lähmung hin.

·       A steht für Arms(Arme): Dabei bittet man die Person, die Arme nach vorne zu strecken und dabei die Handflächen nach oben zu drehen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden, sie sinken wieder herunter oder drehen sich.

·       S steht für Speech: Ist der Betroffene nicht in der Lage, einen einfachen Satz nachzusprechen oder klingt seine Stimme dabei verwaschen, ist das ein Zeichen für Sprachstörungen.

·       T steht für Time (Zeit)und besagt, dass man unverzüglich die 112 wählen und die Symptome schildern soll. Wichtig ist die schnelle und richtige Alarmierung des Rettungsdienstes, damit die Rettungskette möglichst schnell greifen kann.

Neben diesen Formeln und vielen weiteren theoretischen Informationen hatten die beiden Ausbilder für das Kollegium aber auch viele praktische Anleitungen, Tipps, Anschauungs- und Übungsmaterial dabei.

Anhand verschiedener Aufgaben wurden das Herausholen eines Verletzten aus einem Fahrzeug, das Abnehmen eines Sturzhelmes und auch die stabile Seitenlage eingeübt. 

Dass Wiederbelebungsmaßnahmen bei einem Unfallopfer durch Atemspende und Herzdruckmassage auch für den Helfer körperlich sehr anstrengend sind, zeigte die Übung am Phantom. Vor allem das Einhalten des notwendigen Rhythmus stellt doch eine große Herausforderung dar.

Beruhigend für alle Teilnehmer war, dass es beim Abdecken von Wunden nicht auf das Aussehen, sondern auf die Zweckmäßigkeit eines Verbandes ankommt.

Neben den theoretischen und praktischen Aufgaben blieb ausreichend Zeit, Erfahrungen und Fragen zu diskutieren sowie das eigene Handeln zu reflektieren. 

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