Welcome to Sodom

Veröffentlicht in Umweltschule

„Welcome to Sodom – Dein Smartphone ist schon hier“

Umweltprojekttag 2019 an der Berufsschule 1 in Straubing

 

„Der Film eröffnet neue Blickweisen auf unsere Arbeitswelt und unser Konsumverhalten.“ „Der Film war sehr interessant und behandelt ein wichtiges Thema.“ „Der Film war informativ und gibt Einblicke in die Welt, wie sie wirklich ist.“

Diese Schüleraussagen der Klasse KFZ 11B stehen am Ende des Umweltprojekttages, der am 19. Juli 2019 an der Staatlichen Berufsschule I in Straubing stattfand. Themenschwerpunkt der Veranstaltung war die Entsorgung und der Umgang mit Elektroschrott und die Möglichkeiten des Einzelnen, nachhaltig(er) zu konsumieren. Unterstützt und begleitet wurde der Tag von zwei Referenten der Organisation „Bildung trifft Entwicklung“, Frau Laura Reichel und Herrn Gerhard Wilfling, sowie von Frau StRin Anna Seitzer, Lehrkraft an der Berufsschule I in Straubing.

 

Der Projekttag startete am Freitag, 19. Juli 2019 um 8:00 Uhr mit einführenden und motivierenden Worten des Schulleiters, Herr OStD Johann Dilger, der auf die große Relevanz des Themas Nachhaltigkeit und Umweltschutz verwies. Im Anschluss daran stellten sich die beiden Referenten der Organisation „Bildung trifft Entwicklung“ vor, die den Umwelttag mit Fachwissen und eigenen Erfahrungen maßgeblich mitgestalteten und begleiteten. Im Mittelpunkt des Tages stand die Analyse des österreichischen Dokumentarfilmes aus dem Jahr 2018 „Welcome to Sodom. Dein Smartphone ist schon hier“. Die Einführung zum Film gestaltete Frau Laura Reichel, die anschließende Diskussion zum Umgang mit Elektroschrott im Alltag und Beruf leitete Herr Gerhard Wilfling.

Der Film „Welcome to Sodom“ spielt in demStadtteil Agbogbloshie, der von seinen Bewohnern nur Sodom, nach der bekannten alttestamentarischen Stadt, genannt wird Dieses Gebiet von Ghanas Hauptstadt Accra gehört zu den am schlimmsten verseuchten Orten der Welt: Obwohl dies nach der Basler Konvention von 1989 verboten ist, werden jährlich 250.000 Tonnen Elektroschrott aus Europa und anderen Ländern hierher verschifft. Etwa 6.000 Menschen leben auf und von der Müllhalde in Agbogbloshie, die einst ein Sumpfland war. Die Frauen kochen Wasser ab, das zum Trinken, Waschen und dem Ablöschen der Feuer dient, auf der Suche nach Metallteilen schleifen Kinder Magnete über den Boden, die Männer zerlegen alte Rechner und brennen die Plastikumhüllungen der Kabel ab, um an Rohstoffe zu kommen, die sich weiterverkaufen lassen. Bei diesen Arbeiten, die mit einfachsten Mitteln und ohne Schutzbekleidung im Freien stattfinden, werden giftige Substanzen in die Luft, den Boden und das Grundwasser freigesetzt; die Folgen für die Bewohner und die Umwelt sind gravierend.[1]

Frau Reichel, die selbst für einige Monate in Ghana gelebt und Sodom besucht hat, vermittelte den Schülern zunächst eine umfassende und lebensnahe Hinführung zum Film. Hierbei ging es um die Darstellung von allgemeinen Fakten zum Land Ghana, wie beispielsweise der Lage, der Währung, der Nahrung oder der Vegetation. Dieses Wissen vermittelte Frau Reichel mit Hilfe von selbst geschossenen Fotos, viel persönlichen Erfahrungen und Kartenmaterial. Auch ihre Eindrücke beim Besuch der Mülldeponie in Agbogbloshie flossen in ihre Ausführungen mit ein. Im Anschluss daran wurde der Film gemeinsam betrachtet und an markanten Stellen gestoppt, um auftretende Fragen der Schüler gleich beantworten zu können oder wichtige Themen des Films sofort zu diskutieren. Nach Abschluss des Films übernahm Herr Wilfling das Wort. In der abschließenden Diskussionsrunde konnten die Schüler eigene Eindrücke zum Film äußern und ihr persönliches Konsumverhalten darstellen. In diesem letzten Teil des Projekttages ging es vor allem darum, Denkanstöße zu geben und zum Nachdenken anzuregen. Hierbei standen Fragen wie „Welche Möglichkeiten habe ich, nachhaltig im Alltag zu konsumieren“ oder „Wie kann es der Wirtschaft gelingen, nachhaltiger zu arbeiten“ im Fokus.

Insgesamt betrachtet handelte es sich bei dem Projekttag um eine gelungene Veranstaltung, was von den Schülern im Rahmen eines am Ende durchgeführten Feedbacks auch klar formuliert wurde. Hierbei hoben die Schüler vor allem die „interessante Diskussionsrunde“, die „Abwechslung zum Schulalltag“ und das „neu erworbene Wissen“ hervor und betonten, dass es sich um eine „sehr sinnvolle und gut gelungene Veranstaltung handelte, die auf Grund der aktuellen, wichtigen Inhalte wiederholt werden sollte!!!“.



[1] https://www.kinofenster.de/filme/filmarchiv/welcome-to-sodom-filmtipp/aufgerufen am: 20.07.2019.

 

 

 

 

 

 

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