Lehrerfortbildung Werkstoffprüfung

Veröffentlicht in Metalltechnik Aktuelles

Schulinterne Lehrerfortbildung "Werkstoffprüfung"

Am 11.12.2012 war es soweit. Die von Heinz Reif organisierte Lehrerfortbildung zum Thema Werkstoffprüfung konnte endlich stattfinden. Lange haben die Lehrer der Metallabteilung der Joseph-von Fraunhofer-Schule darauf gewartet und umso größer war das Interesse.
Das Thema Werkstoffprüfung ist ein besonders wichtiges Thema für die Lehrkräfte im Fachbereich Metall, weil es jedem Schüler beigebracht wird und weil es grundlegendes Verständnis für die Materie Eisen und Stahl schafft.

An diesem Nachmittag wurden die Eigenschaft Härte, Festigkeit und Zähigkeit anhand von drei Versuchen anschaulich und verständlich erläutert. Für die Feststellung der Härte gibt es drei unterschiedliche Verfahren, das nach Brinell, das nach Vickers und das nach Rockwell. Gemeinsam haben diese, dass ein sehr harter Prüfkörper, Diamant oder gehärteter Stahl, in das zu prüfende Material eindringt und anschließend aus dem dabei entstandenen Abdruck die Härte abgeleitet werden kann. Nachdem Herr Reif die Versuche fachgerecht vorgeführt hat, konnte diese jeder Lehrer selbst durchführen. Die Festigkeit wird mit dem wohl bekanntesten Prüfverfahren gemessen, mit dem Zugversuch. Dazu wird eine genormte Materialprobe genommen und mithilfe einer sehr großen Zugkraft so lange belastet bis sie reißt. Die dabei auftretende Kraft und die dabei zurückgelegte Strecke werden gemessen, woraus dann die Festigkeit ableitet werden kann. Und je fester ein Werkstoff ist, desto mehr Kraft muss aufgebracht werden. Als drittes wurde noch das Prüfverfahren für die Zähigkeit vorgeführt: Der Kerbschlagbiegeversuch. Dieser ist sehr spektakulär, weil dazu ein riesiges Pendel benötigt wird. Das Pendel wird von einer definierten Höhe fallengelassen, es schwingt herab und durchschlägt mit der dabei entstandenen kinetischen Energie am tiefsten Punkt eine Materialprobe. Das Pendel bleibt jedoch nicht stehen, sondern schwingt weiter bis die restliche kinetische Energie in potentielle Energie umgewandelt ist. Und diese potentielle Energie, die gemessen wird, gibt Aufschluss über die Zähigkeit des Materials. Ich werde das anhand eines Beispieles veranschaulichen. Das Pendel schwingt nach dem Duchschlag einer weichen Aluminiumprobe höher als wie nach dem Duchschlag einer härteren Stahlprobe. Das bedeutet, dass die Zähigkeit von Aluminium geringer ist als die von Stahl.
Ein besonderer Dank gilt dem Referenten, der sich die Zeit genommen hat diese Fortbildung durchzuführen und vor allem die Zeit, sämtliche Versuche vorzubereiten und vorab zu testen.
Die Teilnehmer waren sehr interessiert und hatten viel Freude bei der Durchführung der Versuche.

Felix Weber

Copyright © 2018 Staatliche Berufsschule I Straubing. Alle Rechte vorbehalten. | designed by lupographics.de