Wertvolle Ausbildungsförderung für Zweiradmechatroniker

Veröffentlicht in Fahrzeugtechnik Aktuelles

Firma Canyon sponsert Berufsschule I Straubing

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Die Azubis der Fachrichtung Fahrradtechnik (Klasse ZMF 12 A) freuen sich mit Fachbetreuer StD Martin Hillmeier (rechts) über die Spende

Ein nachahmenswertes Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Berufsschulen im dualen System der beruflichen Erstausbildung gab die Firma Canyon aus Koblenz. Canyon entwickelt, montiert und vertreibt Rennräder, Mountainbikes und Triathlonräder sowie Zubehör und Bekleidung im Direktvertrieb, das heißt ohne Zwischenhändler direkt zum Kunden. Im Firmensitz in Koblenz an der Mosel sind mehr als 600 Mitarbeiter in Entwicklung, Vertrieb, Logistik, Marketing und Verwaltung beschäftigt. Die Firma ist seit vielen Jahren anerkannter Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb und wurde im Jahre 2009 von der Bundesagentur für Arbeit mit dem Zertifikat für Nachwuchsförderung ausgezeichnet. Der Förderung des beruflichen Nachwuchses fühlt sich die Firma auch weiterhin verpflichtet und unterstützte die Berufsschule I Straubing mit Unterrichtsmitteln in erheblichem Umfang für die praktische Ausbildung der Zweiradmechatroniker Fachrichtung Fahrradtechnik und der Fahrradmonteure. An der BS I Straubing werden im Fachbereich Zweiradtechnik ab dem 2. Lehrjahr alle Auszubildenden in den Berufen Zweiradmechaniker Fachrichtungen Motorrad- und Fahrradtechnik und Fahrradmonteure sowie die Kfz-Mechatroniker/Motorradtechnik (ab dem 3. Lehrjahr) beschult und erhalten dabei im Rahmen des „Dualen Systems“ ihre theoretische Ausbildung. Der Landesfachsprengel Zweiradtechnik umfasst alle Auszubildenden in diesen Berufen aus ganz Bayern. Im Schuljahr 2015/16 werden derzeit ca. 310 Schüler in 11 Klassen beschult.

Die gespendeten Rahmen, Rahmensets, Antriebs- und Fahrwerkskomponenten, Scheibenbremsen, Laufräder, Lenker, Sattelstützen, Vorbauten sowie diverses Zubehör kommen hauptsächlich im Lernfeld „Aufbauen eines Fahrrades aus Einzelteilen“ zum Einsatz.

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Nach einem ausführlichen Beratungs- und Verkaufsgespräch zur Ermittlung des Kundenwunsches müssen die Azubis mit Hilfe von modernen Vermessungssystemen die passende Rahmengröße und die Einstellmaße des Rades ermitteln. Die Abmessungen von Armlänge, Beinlänge, Körpergröße und Schulterbreite bestimmen die benötigte Rahmengröße und die Einstellmaße für die richtige Sitzposition des Fahrers. Die richtige Rahmengröße und eine ergonomische Fahrradeinstellung verhindern gesundheitliche Probleme wie Sitzbeschwerden, eingeschlafene Handgelenke oder Knie- und Rückenschmerzen und gewährleisten eine effektive Kraftübertragung sowie eine sichere Handhabung des Bikes auf der Straße und im Gelände. Danach erstellen die Auszubildenden einen Kostenvoranschlag für den Kunden mit Hilfe von Händlerkatalogen und Arbeitswertetabellen. Dabei kommt auch ein Warenwirtschaftsprogramm zum Einsatz.

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Grundlage für die Auswahl geeigneter Anbaukomponenten sind fundierte Kenntnisse der vielfältigen Rahmenspezifikationen, Rahmenmerkmale und –maße. Der folgende Zusammenbau deckt dann alle nötigen Montage- und Einstellarbeiten an Fahrrädern und den Umgang mit Spezialwerkzeugen ab. Dabei werden die Laufräder nach der Bestimmung der richtigen Speichenlänge mit verschiedenen Methoden von Hand eingespeicht und zentriert.

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Die Auszubildenden passen abschließend das fertig montierte Fahrrad an den Kunden an. Das beinhaltet neben den maßgeblichen Einstellmaßen Sattelhöhe, Sattelversatz, Abstand Sattel – Lenker und Lenkerniveau auch eine Grundeinstellung des Fahrwerks. Nach ausgiebigen Fahrversuchen mit Feintuning von Sitzposition und Federung erfolgt die Übergabe an den Kunden. So entstand im Laufe eines Schuljahres das Canyon-Bike im „Gold-Design“.

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