Stadtturm-Torte

Veröffentlicht in Ernährung Aktuelles

700-jähriger Straubinger Stadtturm –
detailgetreu als Torte nachgebildet

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Zum Jubiläum „700 Jahre Straubinger Stadtturm“ gratulierte die Schulfamilie der Joseph-von-Fraunhofer-Schule mit einem besonderen Geschenk – einer detailgetreuen Stadtturm – Torte“. Auszubildende im Konditoren-Handwerk aus ganz Niederbayern, die die Straubinger Berufsschule als Sprengelschule besuchen, hatten dazu im Rahmen eines Unterrichtsprojektes eine 2,70 m hohe Nachbildung des Stadtturmes mit allen Nebengebäuden gefertigt.

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„Auch für uns Erfahrene ist so ein Projekt eine Herausforderung“, weiß der Fachbetreuer für den praktischen Unterricht Fachoberlehrer Franz Eyerer, der das Projekt initiierte und federführend betreute. Unterstützt wurde er in der Organisation von der Mitarbeiterin in der Schulleitung Ute Hentschirsch-Gall, von Fachbetreuer Peter Sagstetter und Fachoberlehrer Karl-Heinz Schuster.

Maßstabsgetreue Pläne des weithin bekannten und beliebten Straubinger Wahrzeichens mussten die Konditoren-Auszubildenden anfertigen, Details wie Balkongeländer oder eine Madonnenfigur fotographierten sie vor Ort als Vorlagen. Erst als nach wochenlangen Planungsarbeiten schließlich Vorgehensweise, Rohstoffauswahl und -mengen festgelegt und berechnet waren, begann die handwerkliche Arbeit: Ein mit Tragantzucker ummanteltes Gerüst stützt den Turm, die Spitze ist aus statischen Gründen aus Styropor- ebenfalls mit Tragantzucker verkleidet. Im Inneren des Turmes sind schließlich 14 Etagen Prinzregententorte versteckt.

850 Eier, 20 Kilo Marzipan, 50 Kilo Zuckermasse und ebensoviel Buttercreme haben die Schülerinnen und Schüler verarbeitet. Sie schufen – neben dem Unterricht auch in den Ferien und nach Schulschluss – zum Beispiel Ziffernblätter aus Zucker, Balkongeländer aus Eiweißspritzglasur und für den Giebel wie im Original eine vergoldete Madonna aus Marzipan. Viele Stadtplatzbesucher, darunter ihren Klassenleiter und den Oberbürgermeister, und mit verschiedensten Delikatessen gefüllte Marktstände modellierten die Konditoren-Azubis aus Marzipan.

„Als Highlight bauten wir ein funktionstüchtige Uhr ein und ein Glockenspiel, das über eine App gesteuert werden kann!“ so die Schülerinnen und Schüler, die das Unterrichtsprojekt auch als optimale Vorbereitung auf die Gesellenprüfung sehen. „Hier konnten wir nochmal den Umgang mit verschiedenen Materialien oder auch Kuvertüre-Schrift üben. Uns war wichtig, dass alles möglichst detailgetreu aussieht!“

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Hervorragend unterstützt wurde dieses Projekt durch die Konditoren-Innung Bayern. Stellvertretender Obermeister Franz Wenninger arbeitete nicht nur persönlich in der Schulkonditorei mit, wann immer es möglich und nötig war, er unterstützte den Handwerksnachwuchs mit tollen Ideen und vor allem vielen praktischen Tipps. Außerdem überbrachte er auch eine großzügige Materialspende der Konditoren-Innung Bayern - ein Zeichen für die stets harmonische Zusammenarbeit zwischen Innung und Schule.

Einer vom Ideenreichtum und der handwerklichen Umsetzung begeisterten Öffentlichkeit präsentierten die angehenden Konditoren ihr Kunstwerk am 4. Juni in den Räumen des Straubinger Theresiencenters, denn die Witterung hatte die Veranstaltung im Freien direkt unter dem Original nicht zugelassen. Oberbürgermeister Markus Pannermayr, der die Torte dann auch als Erster anschnitt, und Landrat Josef Laumer waren von der Kreativität und der filigranen Arbeitsweise der Jung-Handwerker begeistert. Beide lobten das Projekt als hervorragendes Beispiel für die Attraktivität des Konditorhandwerkes. „Eine excellente Werbung für ihren Beruf!“

 

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Schulleiter Johann Dilger betonte bei der Präsentation: „Unser Erziehungsauftrag sieht vor, bei den Schülern die Liebe zu ihrer bayerischen Heimat und Kultur zu fördern. Dafür ist ein Nachbau unserer wichtigsten Sehenswürdigkeit natürlich ideal.“ Die Begeisterung und Freude an ihrer Arbeit sei in der Backstube zu sehen und vor allem zu spüren gewesen.

Ihr engagiertes Auftreten für ihren Beruf bewiesen die Schülerinnen und Schüler auch bei der Präsentation. Gerne erläuterten sie den Besuchern ihre Ideen und Arbeitsweisen, boten die Tortenstücke an und modellierten nicht zuletzt auch vor Ort. Zahlreiche Marzipanfiguren wurden auf Wunsch angefertigt. In kürzester Zeit waren die rund 1000 Tortenstücke gegen eine Spende an die Bevölkerung abgegeben. Eine erfreuliche Geldspende kann nun an die Bürgerstiftung der Stadt übergeben werden. Aufgrund der aktuellen Hochwasserkatastrophe im Gebiet des Schulsprengels beschlossen Schüler und Lehrer aber, einen Teil der Spendengelder an diese Opfer zu übergeben.

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