Gedenkminute

Veröffentlicht in Religion/Ethik Aktuelles

Gedenkminute für die Opfer der Anschläge
in Paris am 13.11.2015

Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

nach den Ereignissen am letzten Freitagabend bitte ich Sie alle um einen kurzen Moment der Aufmerksamkeit. Ich bitte Sie um einen kurzen Moment der Stille und des Nachdenkens.

Lassen Sie uns zunächst gemeinsam der mehr als 130 Toten und der über 400 Verletzten und Schwerverletzten der Terroranschläge in Paris gedenken.

Über 130 Menschen sind tot. Meist junge, aber alles unschuldige Menschen. Menschen, die den Start ins Wochenende feiern wollten. Menschen, die ein spannendes Fußballspiel im Stadion sehen wollten. Menschen, die im Restaurant ein gutes Essen genießen wollten. Menschen, die im Konzertsaal Heavy Metal hören wollten.

Alles Dinge, die das Leben in einer freiheitlichen Demokratie möglich macht. Das heißt, so zu leben, wie ich es will -  über die Grenzen von Meinungsverschiedenheiten, Konfessionen und Religionen hinweg. Das ist unsere Freiheit! Diese terroristischen Angriffe in Paris sind nichts anderes als ein Angriff auf diese Freiheit. Sie sind damit ein Angriff auf uns alle.

Es liegt jetzt an uns, entsprechend zu reagieren und diese Freiheit zu verteidigen. Wir dürfen uns die Freiheit unserer Gedanken und unseres Tuns nicht nehmen lassen. Wir dürfen unsere europäischen Werte im Angesicht der Schergen des Islamischen Staates und angesichts der Gewalt von Kalaschnikows nicht in Frage stellen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Angst, Islamfeindlichkeit und Hass gegenüber anderen an die Stelle unserer hohen Werte tritt: Die Freiheit der Religion und die Freiheit der Meinungsäußerung - die Toleranz und der gegenseitige Respekt. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Angst vor dem Anderen, vor anderen Religionen und Kulturen geschürt wird, um unsere Gesellschaft zu destabilisieren. Wir dürfen das nicht zulassen! Denn wenn dies geschieht, dann werden die Terroristen gewinnen. Wenn dies geschieht, dann werden wir unsere Freiheit verlieren.

Gemeinsam müssen wir dafür kämpfen, dass wir uns niemals vom Hass der Terroristen anstecken lassen. Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hass auf Hass, Krieg auf Krieg, verändert die Welt nicht. Nein – Im Gegenteil: Es wird immer schlimmer und brutaler.

Wir müssen unsere Freiheit mit anderen Mitteln verteidigen: Mit Toleranz und Respekt. Wenn wir diese Werte hochhalten, werden Gewalt und Terrorismus, werden Al Kaida und IS nicht gewinnen. Dann wird die Freiheit siegen! Und dann war der Tod der Opfer von Paris und das Leid der vielen Verletzten und Schwerverletzten nicht völlig sinnlos.

In diesem Sinne wollen dieser Opfer jetzt in einer Schweigeminute gedenken. Ich bitte Sie, sich im Gedenken der Opfer von Ihren Plätzen zu erheben.

 Johann Dilger
Oberstudiendirektor
Schulleiter

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