Plastikfasten an der BSI

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„Kunststoffe – Segen oder Fluch?“

Umweltreferentin informiert an der Joseph-von-Fraunhofer-Schule

„Merken, Erinnern, Anwenden“ - darauf zielt die Aktion „Kunststoffe – Segen oder Fluch“ ab. Der Verbraucher-Service Bayern möchte auf den massenhaften Plastikkonsum aufmerksam machen und zum bewussten Verzicht motivieren. Umweltreferentin Stefanie Ertl war zu Gast an der Joseph-von-Fraunhofer –Schule, Staatliche Berufsschule I, und referierte über Eigenschaften und Risiken von Kunststoffen, um die Schülerinnen und Schüler für dieses Thema zu sensibilisieren.

117 Kilogramm Kunststoff verbrauchen wir pro Kopf in Deutschland durchschnittlich im Jahr, das sind im Schnitt fast 10 Kilogramm pro Monat. Jeder zehnte Liter Erdöl wird für die Kunststoffherstellung eingesetzt. Jährlich werden weltweit fast 290 Millionen Tonnen Kunststoff produziert. Mit diesen Beispielen und faszinierenden Bildern beeindruckte die Referentin des Verbraucherservice Bayern die teilnehmenden Schüler, die die Einsicht gewinnen sollen, dass sie durch ihr eigenes Handeln stark zur Entlastung von Umwelt und Mitmenschen beitragen können.

Denn wenn Kunststoffe in unsere Umwelt gelangen, wird ihre enorme Haltbarkeit zum Problem. Plastik ist nicht biologisch abbaubar, die Zersetzung kann in der Umwelt bis zu 450 Jahre andauern. Bedenklich ist außerdem, dass sich in den Weltmeeren bereits gigantische Mengen an Plastikmüll angesammelt haben. Kunststoffe werden in der Umwelt in immer feinere Teile zerkleinert. Unterhalb einer Größe von 5 Millimetern spricht man von Mikroplastik. Dieses lässt sich mittlerweile in Wasser, Luft und Erde nachweisen. Die Folgen sind allerdings noch nicht absehbar.

Computer, Kühlschrank, Regenjacke – Gegenstände aus Kunststoff lassen sich im Alltag nicht immer vermeiden. Doch gerade beim täglichen Einkauf lassen sich große Mengen an Plastik einsparen. Plastiktüten sind im Schnitt nur 25 Minuten im Einsatz und werden meist nach einmaliger Nutzung entsorgt. Pro Kopf verbrauchen wir durchschnittlich 65 solcher Einwegtüten im Jahr.

Mehrfachnutzung zahlt sich aus! Empfehlenswert sind langlebige Tragetaschen z.B. aus recyceltem Kunststoff oder Baumwolle, die häufig genutzt werden.

Auch das Thema Mehrweg-/Einwegflaschen behandelte Frau Ertl. Wie schwierig es oft ist, zwischen Mehrweg und Einweg zu unterscheiden, merken die Schüler, als sie von der Referentin mitgebrachte Flaschen sortieren sollen. Frau Ertl weist die Schülerinnen und Schüler darauf hin, dass Pfand nicht gleichbedeutend mit Mehrweg ist. Mehrwegflaschen sind umweltfreundlicher als Einwegflaschen. Doch immer mehr Verbraucher greifen zu Einwegverpackungen. 17 Milliarden Einwegflaschen wurden der Deutschen Umwelthilfe zufolge in Deutschland im Jahr 2015 verbraucht, das macht zwei Millionen Flaschen pro Stunde. Nach dem Austrinken werden diese sofort zu Abfall, der geschreddert und anschließend, häufig in globalen Kreisläufen, recycelt wird.

In den letzten Jahren konnten Einwegverpackungen damit kontinuierlich Zuwächse verzeichnen. Inzwischen sind mehr als die Hälfte der pfandpflichtigen Getränke in Einweg-, lediglich noch 45 Prozent in Mehrwegflaschen abgefüllt. Dabei sprechen viele Gründe für die Mehrfachnutzung. Mehrwegflaschen aus Glas können bis zu 50-mal, solche aus Kunststoff bis zu 25-mal wieder befüllt werden. Im Vergleich zu Einwegflaschen und -dosen, die nur einmal genutzt werden, sind Mehrwegflaschen aus Glas und Kunststoff damit wesentlich umweltfreundlicher: Sie verbrauchen auf ihrem Lebensweg weniger Energie und Rohstoffe und verursachen weniger Treibhausgase. Ihre Umweltbilanz ist umso besser, je kürzer der Transportweg ist. Das Fazit ist: Nachhaltig trinken ohne Plastikmüll!

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